Taxbird vs. Telemodul

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Die Finanzverwaltung bietet uns grundsätzlich (noch) zwei Möglichkeiten, Daten an sie zu übermitteln - das Telemodul und Coala.

Das Telemodul wurde zwar mittlerweile in ERiC umgetauft, das soll für Elster Rich Client stehen, ist jedoch nachwievor ein Haufen proprietärer Windows-DLLs. Seit Ende 2008 gibt es zwar auch eine Implementierung von ERiC für Ubuntu, das sieht dann so aus: ein Haufen proprietärer .so Dateien Image:Icon_sad.gif

Kurzum weder das Telemodul noch ERiC sind frei im Sinne freier Software.

Auch Coala ist nicht frei in diesem Sinne, noch dazu handelt es sich nicht um Open Source Software. Der Hauptunterschied ist der, dass dem Entwickler zugestanden wird, dass man ein eigenes Programm zur Datenübermittlung schreibt und die XML-Daten einfach per HTTP (verschlüsselt) einreicht. Letzteres haben wir bereits gemacht: Die libgeier ist Anfangs 2005 entstanden und wurde bis dato gepflegt.

Düstere Zukunft

Was die Zukunft bringt, ist ungewiss. Nur eines steht fest, über kurz oder lang wird Coala sterben. Die Elsterverwalter aus München haben wohl schon seit 2007 kein Interesse mehr an der Pflege des Projekts -- allerdings können sie sich's im Moment noch nicht erlauben, das Projekt einfach fallen zu lassen. Da wäre der Aufschrei diverser Softwarehäuser zu groß, die auf Coala bzw., wie Taxbird, auf eine Eigenimplementierung gesetzt hatten.

Glaskugel-Experiment

Rauslaufen wird das Ganze wohl darauf, dass (persönliche Einschätzungen von mir, kein offizielles Statement oder so)

  • ERiC langfristig das einzige Projekt sein wird, das das BayLfSt pflegen wird. Das heißt über kurz oder lang wird Coala (also die Java-Klassensammlung) von der Bildfläche verschwinden.
  • ERiC, das die Daten lokal (vor Übermittlung) prüft und irgendwie speziell markiert einliefert, wird weiterentwickelt werden. Insbesondere wird wohl die Portierung auf weitere Plattformen angestrebt (insbesondere Mac OS fehlt noch) bzw. diese sollen weiter verbessert werden.
  • Durch das Festhalten an der clientseitigen Überprüfung braucht das Rechenzentrum relativ wenige Systemresourcen. Vermutlich liegt den Elsterianern wegen dem Ansturm am Umsatzsteuertermin daran.
  • Die HTTP-Schnittstelle, die momentan für COALA existiert, bleibt wohl bestehen, sodass man dort weiter Steuerdaten einliefern kann, die sofort validiert und letztlich verarbeitet werden.
  • Über kurz oder lang wird diese HTTP-Schnittstelle wohl auch dahingehend erweitert werden, dass Jahreserklärungen eingereicht werden können. Dies wird aber nicht vor dem Jahre 2010 geschehen. Nachdem das Entwicklerteam beim zuständigen Landesamt sehr überschaubar ist, wird es wohl eher noch später werden :'(